**German below**

Within the hustle and bustle of Hermannplatz U-Bahn station we had an eye-opening conversation with two Romanian cousins named Maria and Sofia (names changed). Perched opposite each other at one of the exit doorways, the two cousins were waiting for passers-by to extend their hand of charity. The sight of both of them triggered our emotions and as we gently approached them, I was wondering why these women are living on the streets.

  • What are your names? Maria and Sofia (names changed), we are cousins.
  • How long have you been in Berlin? I’ve been here for one week but I used to live here 26 years ago. 26 years ago, Berlin was a different place, it was easier to find work and housing as an immigrant.
  • Where are you originally from? Romania, but I have lived in Spain previously. (We were speaking in Spanish)
  • Why did you come to Berlin? To escape my abusive husband and gang violence in my country. In Romania, nobody shows any care for you, instead you are left to rot. There is more hope in Berlin, I already experienced that 26 years ago. But maybe that changed, there is a different atmosphere now and it might be more difficult.
  • Do you have any family in Berlin? No, not in Berlin, but I do have a big family back in Romania where my four children are staying. I want to give my children a future with better opportunities and no violence. There’s no hope left in Romania (Takes out her children’s passports). I hope that they can come soon and that I can get all the documents.
  • Do you have any support here? No, but when the papers are sorted then we’ll get support. This is how it was like 26 years ago.
  • Did you have a job in Romania? I worked as a cleaner in Romania and I would like to find a similar job here. We are both hard workers and would be eternally grateful for any cleaning work.
  • Where do you sleep? During the day we sit around Hermannplatz and by night we sleep in a car. We don’t know of any shelters around here but as homeless women we need to be wary of who we refuge with.

There is a vast number of women like Maria and Sofia that are living on the streets of Berlin. The proportion of women living on the streets increased from 15% in 1990 to 25% in 2017 and reports estimate that there are now 2.500 homeless women in Berlin. This large number will undoubtedly keep increasing if we, a city of diversity, don’t show love and humanity.

Source: MyMolo

**German**

Es war Samstag, als wir mitten im Trubel des Hermannplatzes ein bewegendes Gespräch mit zwei rumänischen Frauen führten. Die zwei Cousinen, Maria und Sofia (Namen geändert), saßen sich an einem der Ausgänge der U-Bahn-Station gegenüber, darauf hoffend, dass ein Vorübergehender seine Hand in Mitgefühl austrecken würde. Ihr Anblick rührte uns zutiefst, und als wir uns ihnen behutsam näherten, fragte ich mich, was wohl dazu geführt hatte, dass diese beiden Frauen auf der Straße leben mussten. Hier ist unser Gespräch:

  • Wie heißt ihr? Maria und Sofia (Namen geändert), wir sind Cousinen.
  • Wie lange seid ihr schon in Berlin? Ich bin seit einer Woche hier, aber ich habe schon vor 26 Jahren hier gelebt. Damals war Berlin eine andere Stadt, es war einfacher als Zuwanderer Arbeit und Wohnung zu finden.
  • Wo kommt ihr ursprünglich her? Aus Rumänien, aber wir haben früher auch in Spanien gelebt (Unser Gespräch fand auf Spanisch statt).
  • Warum bist du hierhergekommen? Um meinem gewalttätigen Ehemann zu entfliehen, aber auch wegen der Gruppengewalt. In Rumänien ist alles sehr schlimm – niemand kümmert sich um uns, wir sind ganz allein. Hier in Berlin gibt es mehr Hoffnung, das habe ich schon vor 26 Jahren gemerkt. Vielleicht ist es jetzt anders. Es gibt eine andere Atmosphäre, und ich habe das Gefühl, dass es schwierig werden könnte.
  • Hast du eine Familie hier? Nein, nicht in Berlin. Aber ich habe eine große Familie in Rumänien, wo auch meine vier Kinder leben. Ich möchte meinen Kindern eine bessere Zukunft ohne Gewalt und mit mehr Möglichkeiten bieten – es gibt keine Hoffnung in Rumänien (Holt die Reisepässe der Kinder heraus). Ich hoffe, dass sie bald hierherkommen können und ich die Papiere für sie beschaffen kann.
  • Hast du hier Unterstützung? Nein, noch nicht. Ich hoffe, dass es mit den Dokumenten klappt, dann bekommen wir auch Unterstützung. So war es auch vor 26 Jahren.
  • Hattest du einen Beruf in Rumänien? Wir haben als Putzfrauen gearbeitet und wären sehr dankbar, wenn wir hier ähnliche Arbeit finden würden.
  • Wo übernachtet ihr? Wir schlafen in einem Auto und tagsüber sitzen wir am Hermannplatz. Wir kennen keine Obdachlosenunterkünfte, aber als Frauen müssen wir immer achtsam sein.

Es gibt eine beträchtliche Zahl von Frauen wie Maria und Sofia, die auf den Straßen Berlins leben. Der Anteil von Frauen an der Gesamtzahl der Wohnungslosen ist von 15 % im Jahr 1990 auf 25 % im Jahr 2017 gestiegen, und es wird geschätzt, dass in Berlin inzwischen 2.500 Frauen auf der Straße leben. Diese große Zahl wird zweifellos weiter steigen, wenn wir, eine Stadt der Vielfalt, nicht Liebe und Menschlichkeit zeigen.

Quelle: MyMolo